Mein Diplomprojekt am HyperWerk beschäftigt sich mit dem Navigieren im Internet und wie dieses erleichtert werden könnte. Ich bin jetzt mitlerweilen seit 6 Monaten mir darüber den Kopf am zerbrechen und ständig im Internet am surfen um mir Anregungen zu schaffen. Aber das Internet ist einfach nicht in den Griff zu kriegen. Es existieren Milliarden von Hyperlinks, unendliche viele Texte und haufenweise an sehr spannenden Ideen wie man die Navigation im Internet erleichtern könnte. Es ist tatsächlich die unendliche Geschichte.
Die unendliche Geschichte
28. Dezember 2009Online Communities
22. Dezember 2009“Man kann eine Community nicht erfinden, man kann sie nur abbilden.” Das sind wahre Worte und zwar von jemandem der es wissen muss. Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook. Facebook war ursprünglich für die Studenten der Harvard Universität gemacht. Und tatsächlich ist es genau das geblieben, eine Community für Studenten, oder Menschen die gerne Studenten wären, oder sich zumindest noch wie Studenten fühlen. Das finde ich jedenfalls.
Jede Community verdient eine auf sie massgeschneiderte Community im Internet. Ich sehe in diesem Bereich den grössten Handlungsbedarf für die Zukunft des Internets.
Der Kampf um Aufmerksamkeit
19. Dezember 2009Nie war es einfacher ein Netzwerk zu gründen und seine Meinung Publik zu machen. Im Jahr 2004 musste das auch DELL erfahren. Als der Blogger Jeff Jarvis von www.buzzmachine.com über seine schlechten Erfahrungen mit DELL berichtete, kommentierten hunderte Gleichgesinnte seinen Beitrag und pflichteten ihm bei. DELL ignorierte zuerst diese Entwicklung, da sie noch keine Strategie hatten, wie man damit umgehen kann.
Firmen sind sich gewohnt, dass sie Kontrolle über ihr Corporate Identity haben. Mit dem Internet und der Möglichkeit seine Meinung über all kund zu tun, hat sich das schlagartig geändert. Firmen können nicht mehr bestimmen, wie und wo man über sie spricht, sondern sie sehen sich gezwungen an den Diskussionen teilzunehmen. Dieser shift von Marketing zu PR wird die Kommunikationsstragie von Firmen grundlegend prägen.
So reagierte DELL denn auch folgerichtig. Sie gründeten eine Abteilung die sich damit beschäftigt im Internet die laufenden Diskussionen zu beobachten und sobald jemand irgendwo über Dell schreibt, aktiv an der Diskussion teil zu nehmen. Die Ideologie hat sich gewandelt. Früher sagte man sich: Wenn der Kunde etwas von uns will, dann soll er zu uns kommen. Heute sieht man sich gezwungen, zu den Kunden zu gehen. Wenn man diese Entwicklung ausser acht lässt, droht sehr schnell ein grosser Imageverlust. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass vielbesuchte Websites von Google bevorzugt werden. Wenn jetzt ein Blogger, der eine grosse Leserschaft hat, über Dell berichtet, wird diese Diskussion sehr weit oben auf der Ergebnissuche bei Google unter dem Suchwort “Dell” aufgelistet.
Jeder der spannende Beiträge liefert kann im Internet seine eigene Leserschaft und somit Aufmerksamkeit gewinnen. Diese Aufmerksamkeit ist Macht und Macht lässt sich in den meisten Fällen in Geld verwandeln. Um dies zu erreichen braucht es bloss einen Computer, eine Internetverbindung und ein Thema.
Da es so einfach ist, machen es natürlich sehr viele Leute. Dadurch entsteht eine Meinungsvielfalt. Dadurch wird es zwar nicht einfacher sich seine eigene Meinung zu bilden, jedoch kann man es bequem vor dem Computer tun und hat eine unendliche Palette von verschiedenen Facetten zu fast jedem erdenklichen Thema.
Das kollektive Gehirn
17. Dezember 2009Das Internet dient als Plattform auf dem Menschen von überall her in Kontakt treten können. Jeder kann sich zu einem x-beliebigen Thema äussern und seine Gefolgschaft finden. Alles was es braucht sind gute Texte, die von Google als relevant bewertet werden. Je mehr Leute auf die Deine Website linken, eben wegen dem durchdachten Inhalt, desto mehr “Google Juice” gibt es. Google erkennt gute Arbeit und gibt ihr dementsprechend einen hohen Stellenwert.
Jeff Hawkins referiert auf TED zum Thema: “how brain science will change computing“. Der wichtige Ansatz liegt in meinen Augen, in seiner Definition von Intelligenz. Er sagt nämlich, dass Intelligenz nicht der Vorgang sei, in welchem ein Computer mit einer Information gefüttert wird, welche verarbeitet wird und dann zu einem Verhalten führt. Intelligenz sei vielmehr der Vorgang die Realität vorherzusehen. Das heisst, das Hirn macht einen ständigen Musterabgleich*.
Wir hören einen Satz und noch ehe er zu Ende ge……..
….sprochen wurde, hat er sich im Hirn des Zuhörers komplettiert. Ganz einfach aus dem Grund, weil wir diesen Satz, so oder ähnlich schon mal gehört haben und das Hirn ständig Muster abgleicht und sie wenn möglich komplettiert. Genau gleich funktionieren Emoticons. Z.b:
:-)
Wieso sollte das ein lachendes Gesicht sein? Weil zwei Punkte, ein Strich und eine geschwungene Klammer als Muster in unserem Hirn vorliegen und wir das Muster ohne weiteres komplettieren können. Das funktioniert aber nur dank der Tatsache, dass wir eine immense Datenbank an Gesichtern bereits gesehen haben und unser Hirn hinsichtlich Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit abgeglichen hat. Dabei ist offensichtlich herausgekommen, dass die wesentlichen Merkmale eines Gesichtes zwei Augen, eine Nase und ein Mund sind.
Was hat das Ganze mit dem Internet zu tun? Genau! Das Internet ist eine gigantisch grosse Datenbank, welche Google zum grössten Teil bereits abgespeichert hat. Logarithmen zu erstellen um Muster zu erkennen und sie abzugleichen ist die weit weniger grosse Herausforderung, als eine so gigantisch grosse Datenbank an Informationen zusammenzustellen. Je mehr Informationen Google hat, desto genauer werden die Programme, welche die Muster zukünftig wiedererkennen und desto näher kommen wir der Vision vom kollektiven Gehirn.
*Erklärung Musterabgleich:
Was ein Musterabgleich sein kann, wird auf dieser Website sehr schön dargestellt: labs.systemone.at/retrievr. Hier kann man auf der linken Seite ein Bild skizzieren welches ständig mit der Flickr Datenbank abgeglichen wird. Das abstrakte, skizzierte Muster wird mit der Datenbank verglichen und liefert Ergebnisse.
It’s always better together
17. Dezember 2009Kollektive Intelligenz (”wisdom of the crowd”) und Kooperation sind im Internet die Schlagworte der Stunde.
Die relevante Frage ist, wie kann man diese Effekte erzielen? Ansätze sind:
- Benutzer können jeden Artikel, jedes Bild und Video, sozusagen jede Entität einer Website bewerten und kommentieren.
- Der Weg der Benutzer durch die Website wird aufgezeichnet. Dadurch lässt sich feststellen, welche Elemente zu welchen anderen innerhalb der Website eine Relevanz haben. Diese Informationen werden dem nächsten Besucher zur Verfügung gestellt.
- Benutzer können selbst Artikel hinzufügen, welche wiederum auch bewertet und kommentiert werden können.
- Jeder Artikel kann mit einem oder mehreren Schlagworten (”tags“) versehen werden. Dadurch können Artikel die mit den selben, oder ähnlichen Schlagworten vermerkt wurden, gefunden werden.
Metasuchmaschinen
16. Dezember 2009
Metasuchmaschinen durchsuchen mehrere Suchmaschinen gleichzeitig. Dadurch entsteht eine Übersicht über verschiedene Quellen. Als bermerkenswertes Beispiel soll hier metacritic.com genannt werden. Diese Suchmaschine vergleicht verschiedene Berwertungsdatenbanken. Dadurch ist sehr schön der Vorteil von Metasuchmaschinen erkennbar. Die NewYorkTimes bewertet eine Musik CD von einem ganz anderen Standpunkt aus, als es z.B. pitchforkmedia.com macht. Da jeder Standpunkt seine Berechtigung hat, schaffen Metasuchmaschinen eine zusätzliche Transparenz und verschaffen dem Benutzer, durch eine breitere Auswahl an Bewertungen, die Möglichkeit sich selbst eine Meinung zu bilden. Zusätzlich gibt es natürlich alle üblichen Web 2.0 Features. D.h. die Bewertungen können von Usern bewertet und kommentiert werden, die am meisten gelesenen Artikel erscheinen weiter oben etc..
Meine Herangehensweise an das Thema war, nicht gleichzeitig verschiedene Suchdienste zu durchsuchen, sondern schlicht verschiedene Suchdienste aufzulisten und die Wahl der Suchmaschine dem User zu überlassen. Der Gedanke war, dass der User weiss bei welchem Suchdienst er relevante Informationen für seine Suchanfrage finden kann. Die Krux dahinter ist, möglichst unterschiedliche Suchdienste zu präsentieren.
fire up: IGUZO…
Datenbanken
16. Dezember 2009Das Internet der frühen Tage bestand aus einzelnen Seiten die über Hyperlinks mit einander verbunden wurden. Diese Hyperlinks kann man mit den Synapsen im Hirn vergleichen.
***
Die meistbesuchten Internetseiten sind heutzutage Datenbanken. Um die populärsten Beispiele zu nennen:
Google – Durchstreift das Internet mit Robotern die von Seite zu Seite springen und diese speichern um sie durchsuchbar zu machen. Die Idee hinter Google war, das gesamte Internet zu speichern. Das haben Sergej Brin und Larry Page (PageRank -> Das Erfolgsrezept hinter Google!) Ende der neunziger Jahre tatsächlich versucht. Hier ein Video zu Googles Werdegang.
Amazon – Amazon hat anfänglich die ISBN Datenbank lizensiert, in der sämtliche Bücher mit einer ISBN Nummer vermerkt sind. Diese Datenbank hat Amazon ins Internet gestellt und die einzelnen Bücher von den Kunden bewerten und kommentieren lassen. Zusätzlich haben sie den Weg ihrer Kunden durch ihre Website nachverfolgt. Dadurch konnten sie feststellen, welche Bücher ein jeweiliger Benutzer für interessant hält. Wenn nun ein neuer Besucher auf ihre Seite kam, konnten sie ihm zu einem bestimmten Buch, weitere Lesevorschläge machen.
Wolfram-Alpha – Stephen Wolfram hat es sich zum Ziel gemacht, sämtliche wissenschaftliche Arbeiten anhand von konkreten Fragestellungen durchsuchbar zu machen. Das heisst sämtliche verfügbare Statistiken und wissenschaftlichen Informationen so aufzuarbeiten, dass sie sinnvoll durchsuchbar werden. Sehr aufschlussreich ist zum Beispiel eine Suchanfrage wie die Folgende: TTAGCTACTG. Wenn man das in Wolfram Alpha eintippt, gibt Wolfram aus, wo sich dieser DNA-Abschnitt auf dem menschlichen Genom befindet. Sehr hilfreich ist auch die Möglichkeit Worte von Kreuzworträtseln einzugeben. Z.b.: _X__A_R_I_A__ .
Wikipedia – Bei Wikipedia kann jeder Benutzer eigene Artikel erstellen und bearbeiten. Die Einträge werden wiederum von den User verifiziert. Diese Herangehensweise rief anfänglich viele Skeptiker auf den Plan. Sie argumentierten, dass ein solches Konzept die Benutzer dazu verführt falsche Einträge zu erstellen oder bereits bestehende Einträge zu sabotieren. Jedoch kam es ganz anders. Da es zu jedem Artikel eine Geschichte gibt, in der alle Änderungen nachvollzogen werden können, ist es ein Leichtes, falsche Änderungen rückgängig zu machen. Wikipedia ist ein Indiz dafür, dass kollektive Intelligenz entstehen kann, wenn man den Benutzern Werkzeuge die ebendies ermöglichen, zur Verfügung stellt. Mitlerweilen ist Wikipedia die grösste Enzyklopädie. In gewissen Belangen ist Wikipedia sogar schneller als Google. Wenn es um konkrete News geht, wie z.B. der Todestag einer berühmten Persönlichkeit, wird die Neuigkeit oft sogar vor dem Erscheinen in einer Zeitschrift, also binnen Minuten nach dem Todeszeitpunkt, in Wikipedia aktualisiert. Diese Dynamik wird dadurch ermöglicht, dass jeder in das System eingreiffen kann.
last.fm – Last.fm ermittelt musikalische Nachbarn. Ganz nach dem Moto: “Wer dieses Musikstück hört, wird jenes auch mögen.” Die Relevanz ermittelt last.fm durch das Benutzerverhalten und über die Navigation der Benutzer vom einen Musikstück zum nächsten. An diesem Beispiel erkennt man sehr schön was heutige Internetdatenbanken auszeichnen. Es geht nicht bloss um die Datenbestände in einer Datenbank, sondern um die darin enthaltenen Relationen untereinander, die dann wiederum kollektive Intelligenz ermöglichen.
twitter – Das Mitteilungsbedürfnis im Internet folgt in meinen Augen der Logik von “Impuls vor Logik” und “Chaos vor Ordnung”. Diese Logik macht sich twitter zu Nutzen. Jeder Benutzer kann seinen Impulsen freien Lauf lassen und über etliche externe Geräte Textnachrichten mit maximal 160 Zeichen, auf Twitter übermitteln. Twitter hat die Hemmschwelle sich im Internet mitzuteilen durch seine intuitiven Eingabemöglichkeiten entscheidend gesenkt. Die Zeichenlängebegrenzung führt dazu, dass sich “Twitterer” mehrmals täglich mitteilen. Dadurch entsteht eine nie dagewesene Aktualität. Der Slogan von Twitter Search trifft denn auch den Nagel auf den Kopf:
“See what’s happening — right now.”
Um Twitter zu durchsuchen kann man Dienste wie: www.oneriot.com oder eben search.twitter.com nutzen.
Die Gefahr die ein Dienst wie Twitter mitbringt sind Gerüchte die sich innert Stunden zu einem Internetdebakel entwickeln können. So wurde schon der Tod von Paris Hilton, Eminem, Will Smith und anderen berühmten Persönlichkeiten verkündet. Diese erfundenen Neuigkeiten führten jeweils dazu, dass sich die Celebrities vor der Kamera zeigen mussten um zu beweisen, dass sie noch leben.
Internet Voyeurismus
16. Dezember 2009Wikipedias 1% Regel besagt, dass ein Prozent der Besucher am Prozess des Artikel erstellens und editierens teilnimmt. Alle anderen bleiben Voyeure. Oder wenn man sich eines der meist gesehenen Youtube Video aller Zeiten anschaut: Den legendären “Evolution of Dance” welcher mit 132.470.016 Aufrufen seinen Platz im YouTube Olymp redlich verdient hat. Dieses Video wurde 626′234 mal bewertet und 419′769 mal kommentiert. Das heisst es wurde von 0.47% der User bewertet und von 0.31% kommentiert. Das mag wohl daran liegen, dass dieses Video nur der Unterhaltung dient und somit wenig Reaktionen beim Publikum auslöst. Jedoch haben meine weiteren Recherchen auf YouTube dieses Bild unterstrichen. Ich fand kein einziges Video, welches über einem Prozent an Kommentaren oder Bewertungen hat.
Nun meine Frage: Wieso haben 99% der Menschen offensichtlich keinen Mitteilungsdrang. Das Internet ist doch “all about connecting people”. Wie kann das stimmen, wenn der grösste Teil gar nicht an der globalen Kommunikation teilnimmt?
Das selbe Bild bestätigt sich auf meinem Facebook Account. Ständig ist jemand online. Die Posts sind aber immer von den selben Leuten.
Was kann man also tun, um mehr Menschen zu motivieren, an dieser globalen Kommunikation teilzuhaben? Fühlen sich Internetbenutzer etwa zu wenig ernstgenommen?
Web Anarchie
16. Dezember 2009Heutzutage ist es jedem erlaubt seinen eigenen Blog zu führen. Ich habe mich für WordPress entschieden, da ich es schon seit geraumer Zeit auf meinem Server liegen habe. Heute habe ich mich hingesetzt um es in Betrieb zu nehmen. Das heisst, ich habe mir einen Namen überlegt und ein Design gemacht. Diese Prozedur kostete mich knapp zwei Stunden. And now I’m up and running!
***
Die Internetgemeinschaft wächst von Tag zu Tag. Jeder kann binnen kürzester Zeit seinen eigenen Blog in Betrieb nehmen und zu einem ganz bestimmten Thema seine Meinung äussern. Dadurch wird es für sämtliche Institutionen schwieriger ihre hirarchischen Strukturen aufrecht zu halten. Des Weiteren gibt es keine Masse mehr. Wir sind alles Individuen und wir suchen uns gehör!
***
Die Bloggergemeinschaft gehorcht bloss einer Regel: “Authentizität“. Diese erste Regel wiederum führt dazu, dass sich jedes Individum seine eigene Meinung bilden kann. Tranzparenz und Ehrlichkeit sind die Leitmotive des neuen Zeitalters.
In diesem Blog möchte ich die Auswirkungen der Möglichkeiten, welche uns das Web 2.0 bietet beleuchten und Lösungsansätze suchen, wie wir uns in dieser Datenflut zurechtfinden können.
***
Kurz und gut: Willkommen zu BRAVE NEW WORLD 2.0! Und was es darüber hinaus zu berichten gibt.